Filmindustrie: Mangelnde legale Alternative ebnen Weg für illegale Filmportale

8 April 2012 von Fernsehkritiker,

Die Filmindustrie leidet unter dem Problem der Raubkopien. Tagtäglich schaufeln Raubkopierer viele Gigabyte an Filmen in das Internet und machen sie kostenlos auf Abruf verfügbar. Bei Nutzern kommt dieses Angebot sehr gut an. Statt ins Kino zu gehen oder den Film auf DVD zu kaufen werden immer mehr die kostenlosen aber illegalen Video on Demand Angebote genutzt. Doch die Industrie ist nicht ganz unschuldig an diesem Debakel.

Nur teure legale Alternativen

Eines der Hauptprobleme der Filmindustrie liegt in der Lizenzvergabe an Drittanbieter, welche die Filme auf den Plattformen präsentieren wollen. Die Hürde ist dabei nicht nur technisch durch DRM und andere Lizensierungstechnologien bedingt sondern auch durch die Preise. So ist es in vielen Fällen günstiger, die DVD eines Filmes, zum Beispiel über Plattformen wie www.discount24.de zu kaufen als über eine kommerzielle Video on Demand Plattform zu schauen. Doch nicht nur ist der Filmspaß im Internet teurer, auch die Möglichkeiten, die durch das Schauen der Filme im Internet gegeben ist sind eingeschränkt. Das betrifft zum Beispiel die Möglichkeit, mehrere Sprachen auf einer DVD auszuwählen oder aber auf das Bonusmaterial der DVD’s zurück zu greifen. Rein funktional sind die optischen Medien deshalb den Video on Demand Diensten vollkommen überlegen.

Ein mögliches Modell ähnlich wie Musik on Demand

Ein Weg in die richtige Richtung findet sich im Ausland. Hier sind zum Beispiel Fernsehserien, Filme und andere TV Sendungen über eine zentrale Mediathek abrufbar. Der Vorteil ist, dass hier wirklich auch hochkarätige Serien und Filme zu finden sind. In Deutschland beschränkt sich die On Demand Verfügbarkeit von Serien im Internet meist auf Eigenproduktionen oder einzelne Folgen von Serien. Durch die Mediatheken wurde bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung getan. Jedoch ist insgesamt noch viel zu tun auf dem Video on Demand Markt. Ein Fortschritt könnte die Nachahmung bekannter Musikplattformen sein, die zentralisiert ein großes Angebot an musikalischen Werken teilweise auch kostenlos zur Verfügung stellen. Eine Art Flatratemodell würde sich da auch für Filme und Serien anbieten. Bei der Musik hat das zu einem Rückgang der Raubkopien geführt.

Noch ein weiter Weg liegt vor uns

In den USA hat sich mit Hulu bereits ein erstes Erfolgsmodell präsentiert. Auch aus deutscher Sicht scheint die Plattform sehr begehrt zu sein. Wer in Deutschland günstig auf Filme zurückgreifen muss ist derzeit mit den Video on Demand Plattformen nicht gut beraten. Es empfiehlt sich eher auf einen Online DVD Verleih zurückzugreifen, da hier günstigere Tarife in Kombination mit einer großen Filmauswahl zu finden sind. Kostenlose Angebote finden sich derzeit nur in den Mediatheken oder aber auf illegalen Plattformen. Auch hier ist die Filmindustrie zu einem Schritt in die richtige Richtung gezwungen.

 

Bild von excalibur über Fotolia

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